Wandern oder Bergsteigen - wo liegt der unterschied?

Die Grenzen von Bergsteigen zu Wandern sind fließend und der Unterschied liegt in der Höhe, Steilheit und dem Schwierigkeitsgrad

Das Bergsteigen umfasst viele Aktivitäten in Fels, Eis und Firn und ist an für sich eine Kombination dessen. Als Extremsport wird dann bereits das Höhenbergsteigen in den sauerstoffarmen Regionen angesehen. Zum allgemeinen winterlichen Bergsteigen gehören auch Schneeschuhtouren, Eisklettern und Skitouren. In großen Höhen und Regionen abseits aller Menschen spricht man auch vom Expeditionsbergsteigen.

Im Vergleich zum Bergsteigen wird unter dem Begriff "Wandern" einfach nur eine Form des Gehens über eine recht lange Distanz in der Natur umschrieben.

Wandern ist insbesondere in den Alpenländern überaus beliebt und eine mit Naturerleben verbundenen Sportart. In Europa gibt es viele landwirtschaftlich reizvolle Regionen, die mit Markierungen versehen sind, um den Wanderer auf seiner Route zu unterstützen. Im Vergleich zum Bergsteigen besteht das Ziel also nicht im Erklimmen eines Berges. Es wird allerdings zwischen zweckfreiem und zweckgebundenem Wandern unterschieden: Zweckfreie Wanderungen dienen einzig und alleine dem Selbstzweck, der Ertüchtigung oder der Erbauung. Zweckgebundenes Wandern hat bestimmte Gründe, wie zum Beispiel die Forschung. Charakteristisch für eine gewöhnliche Wanderung sind eine entsprechende Planung, eine Dauer von über einer Stunde, die Nutzung von spezifischer Infrastruktur und eine angepassten Ausrüstung.

Generell kann gesagt werden, dass Wanderungen mit weniger Risiken verbunden sind als das Bergsteigen. Außerdem wird der Körper nicht so sehr beansprucht wie beim Erklimmen eines hohen Berges. Natürlich kommt es letzten Endes immer auf die jeweilige Tour an. Beim Wandern müssen unter Umständen ebenfalls einige Steigungen überwunden werden, sodass eine gute Kondition auch hier von Nöten ist.

Bergsteigen zählt zu recht riskanten Ausdauersportarten, bei denen auch schon öfters etwas schief gegangen ist. Das Klettern und Bergsteigen ist dank immer besserer Ausrüstung längst für viele Personen möglich. Grundvoraussetzung ist jedoch immer ein guter körperlicher Zustand und angemessene Kondition. Natürlich gibt es auch beim Bergsteigen Anfänger-Routen, die nahezu keine Risiken bergen und keine allzu hohe Kondition erfordern. Oftmals wird von einem "Kick" geredet, den man beim Bergsteigen immer spürt. Wer die Natur also fühlen will und einen guten körperlichen Zustand hat, könnte im Bergsteigen seine Erfüllung finden.

Ein weiterer Unterschied zwischen Bergsteigen und Wandern ist, dass man Wandern nahezu überall kann. Viele Wälder halten schöne Wanderwege bereit. Härtere Bergtouren gibt es da schon seltener. Das Ziel eines jeden Bergsteigers besteht ohnehin irgendwann im Besteigen des Mount Everest oder eines anderen vergleichbar erlebnisreichen Berges. Hierzu ist aber jede Menge Erfahrung und Durchhaltevermögen notwendig.

Minimieren Sie das Risiko und planen Sie Ihre Bergtour rechtzeitig unter Einbeziehung von Profis

Eine Bergtour muss immer gut geplant werden. Selbst erfahrene Bergsteiger und Wanderer können mal einen wichtigen Punkt vergessen. Anfänger sollten sich das Basiswissen in Kursen von Bergsteigerschulen aneignen, um kein Risiko einzugehen und sich und andere nicht durch Unwissen zu gefährden. Grundvoraussetzung einer jeden Tour ist die Planung. Diese beginnt nämlich keinesfalls erst dann, wenn man mit dem Wandern und Bergsteigen beginnt, sondern bereits daheim. Wer nicht richtig plant, wird mit ganz großer Sicherheit unliebsame Überraschungen erfahren müssen.

1. Auswahl des Ziels

Jeder Bergsteiger oder Wanderer hat mit Sicherheit sein eigenes geheimes Wunschziel, jedoch sollte man sich vorweg die Frage stellen, ob das Ziel für einen selbst und die Gruppe überhaupt erreichbar ist. Allzu oft wurde die Traumtour nämlich schon zur Tortur, wenn sich Überforderung und Ermüdung breit macht. Laut Bergunfall-Statistik sind das die häufigsten Gründe für Ausrutschen, Stolpern und Abstürze. Wer das Ziel jedoch an die eigenen und die Anforderungen anderer angepasst hat, wird ein schönes und entspannendes Naturerlebnis genießen können und dabei seiner Gesundheit und Fitness etwas gutes tun.

Damit man sich bereits beim Planen daheim ein genaues Bild von der ausgewählten Tour machen kann, sollte man über gutes Material verfügen. Das kann beispielsweise ein Gebietsführer, Tourenbeschreibungen, eine topographische Karte oder eine Fachzeitschrift sein. Alpine Betreuungsstellen bieten meistens eine große Auswahl. Je mehr Informationen man erhält, umso besser kann alles geplant werden und umso entspannter wird auch im Endeffekt die Tour.

2.Wetterplanung

Auch das Wetter entscheidet über eine guter oder weniger gute Wanderung oder Bergtour. Ob eine Wanderung zum Genuss wird oder "ins Wasser fällt" kann ebenfalls geplant werden, wenn das Wetter im Auge behalten wird. Ein aktueller Wetterbericht kann von überall erhalten werden und gehört zu den Standardmaßnahmen, weil das Wetter auch im Wesentlichen die Auswahl des Ziels beeinflussen kann. In der Planungsphase sollten die Punkte Sicht, Niederschlag, Temperatur und Wind besonders im Auge behalten werden. Es sollte ebenfalls abgeklärt werden, ob am Tag der Tour potentielle Wettergefahren prognostiziert wurden. Zum Vorbeugen von Unfällen ist es also extrem wichtig das Wetter zu beachten.

3.Orientierung

Es darf keinesfalls die Orientierung verloren werden. Man sollte sich demnach nicht immer auf die markierten Wege und Steine verlassen. Viel besser ist, wenn eine Wanderkarte im Rucksack zu finden ist, die entweder einen Maßstab von 1:50.000 oder von 1:25.000 aufweist. Vor Beginn der Tour sollte man sich mit dem Kartenlesen vertraut machen, da dies ab und zu Probleme darstellen kann. Bei den Wegbeschreibungen sollten auch Gehzeiten angebracht sein. Es handelt sich hierbei jedoch um eine Richtzeit, die nicht auf die Minute genau stimmen müssen. Wegbeschreibungen können auf Bäumen, Felsen und Steinen angebracht sein. In den Alpen werden auch Farben verwendet, jedoch hängt dies immer von der Region ab. Vor Ort kann man sich sicherlich über die jeweilige Markierung informieren. Es ist weiterhin üblich, dass kleine Steine als aufgetürmt werden, was dann als Steinmandl bezeichnet wird. Bei schlechter Sicht sind diese sehr hilfreich.

4. Essen und Trinken

Bei einer gut geplanten Bergtour muss immer genügend Proviant mitgenommen werden. Insbesondere müssen Wanderer und Bergsteiger viel trinken, da man sich schließlich permanent anstrengt und somit der Schweißverlust über einen Liter pro Stunde betragen kann. Das heißt im Umkehrschluss, dass möglichst viel dieser Menge wieder aufgenommen werden muss. Wenn es zu einem Flüssigkeitsmangel kommt, wird die körperliche Belastungsfähigkeit stark beeinflusst und auch die Konzentration lässt nach. Das wiederum sorgt für eine erhöhte Unfallgefahr.

5. Kondition

Bergsteigen und Wandern sind Ausdauersportarten, weshalb oft ans körperliche Limit gestoßen wird. Von daher ist es sinnvoll eine gewisse Grundkondition aufzubauen, ehe an einer Tour teilgenommen wird. Wer das ganze Jahr in Bewegung bleibt, wird sich generell viel fitter und vitaler fühlen. Man sollte stets bedenken, dass regelmäßiges Wandern die körperliche Leistungsfähigkeit steigert.

6. Ausrüstung

Für die eigene Sicherheit muss je nach Länge der Tour noch zusätzliche Bekleidung mitgenommen werden. Auf jeden Fall sind Trekking-Bergschuhe, Tourenhosen, Mützen und Sonnenhüte von Nöten. Natürlich kommt es immer ganz auf das Gebiet an, in dem gewandert wird. Teleskopstöcke, Handschuhe, Abfalltüten, Kartenmaterial, AV-Ausweis, eine Rucksackapotheke und ein Erste-Hilfe-Set sollte jedoch zu jeder Zeit mit von der Partie sein. Sollte die Tour über mehrere Tage gehen, sollte ein Hüttenschlagsack oder gegebenenfalls ein Zelt mitgenommen werden. Essen richtet sich immer an den persönlichen Bedarf.

7.Bergtour finden

Wer sich nicht sicher ist, wo die Bergtour stattfinden soll, kann zunächst im Internet stöbern. Hier wird man viele verschiedene Angebote finden. Für Anfänger werden hier sogar Pauschalreisen offeriert, sodass man sich um absolut nichts kümmern muss. Auch die Planung der Route fällt dann weg, sodass man sich keine Sorgen machen muss, etwas falsch zu machen. Erfahrene Wanderer und Bergsteiger, die eventuell selbst eine Tour planen möchten, können sich über die einzelnen Orte und Landschaften online informieren.

Achten Sie vor allem auf Sicherheit beim Bergsteigen und Klettern und suchen Sie entsprechende Ausrüstung aus.

Die Ausrüstung ist beim Bergsteigen das A und O. Klettern kann gefährlich sein, weswegen es überaus wichtig ist, für seine eigene Sicherheit zu sorgen. Als Anfänger beginnt man das Klettern im besten Fall mit einem erfahrenen Bergsteiger. Zur Grundausstattung gehören auf jeden Fall Kletterschuhe. Diese müssen zwar eng sitzen, dürfen jedoch auf keinen Fall drücken und weh tun. Bei einem zu großen Modell lässt sich die Schuhspitze wegbiegen. Die Zehen sollen in den Schuhen ein wenig gebeugt sein, damit ein ideales Gefühl für kleine Tritte erreicht wird. Heutzutage findet man immer wieder bananenförmige Schuhe auf dem Markt, die jedoch für einen jeden Anfänger nicht geeignet sind. Vielmehr eignen sich Schuhe, die einen geraden Schnitt haben.

Da Anfänger eine unpräzise Fußtechnik und recht wenig Kraft in den Zehen besitzen, sind harte Schuhe in "ein der Fußform" ähnlicher Schnitt besonders anzuraten. Dann kann kraftsparend geklettert werden. Ein Profi wird eher einen weichen Schuh auswählen, damit ein besseres Feeling an den Tag gelegt werden kann. Durch die weiche und dünne Sohle kann man genau spüren wie gut ein Tritt ist. Zu weiche Modelle leiern allerdings recht schnell aus und sind auch schlecht erneut zu besohlen. Da es verschiedene Typen von Schuhen gibt, muss auch hier einiges beachtet werden. Für leichtere Alpintouren eignen sich stabile und bequeme Kletterschuhe. Hier muss man nämlich oft stehen und besonders große Tritte tätigen. Es werden auch sogenannte Allrounder angeboten, die vor allem für Personen geeignet sind, die auf längeren alpinen Touren unterwegs sind. Diese Modelle sind etwas härter. Alle Kletterschuhe, die über den Knöchel gehen, sind für Risskletterer geeignet. Außerdem sollten Personen mit Sprunggelenkbeschwerden diesen Schuh wählen.

Ein ebenfalls überaus wichtiger Gegenstand beim Bergsteige ist der Gurt, an dem das Seil zur Sicherung befestigt wird. Weiterhin wird hiermit bei einem Sturz die auftretende Kraft auf Oberschenkel und Hüfte verteilen. Obendrein können die meisten Materialien wie Chalkbag, Expresschlingen und andere Sicherheitsgeräte transportiert werden. Wenn man sich einen Hüftsitzgurt kauft, muss auf das UIAA und das CE Gütesiegel geachtet werden. Polsterung und Gurte sind viel bequemer beim Sichern, am Standplatz oder beim Abseilen, jedoch muss dann auch zumeist etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Der Sitz des Gurtes sollte immer durch Hineinhängen vor dem Kauf überprüft werden. Dabei sollte jedoch keine Jeans anbehalten werden, sondern eher eine enge Kletterhose. Nur dann kann man sich sicher sein, dass alles ideal sitzt.

Zu den Sicherungsgeräten zählen unter anderem HMS-Karabiner. Das ist eine äußerst einfache Methode, die insbesondere der Kameradensicherung dient. Der Achter ist sehr seilschonend, jedoch aufgrund der geringen Reibungskraft nicht ganz so sicher. In erster Linie wird dieser zum Abseilen benutzt. Karabiner sind für den Anfang unbedingt notwendig. Die Bruchlast eines Karabiners muss mindestens 22 kN bzw. bei offenem Schnapper 8 kN betragen. Diese werden für den Standplatzbau benötigt. Ein Express-Schlingen-Set beinhaltet zwei Karabiner und eine genähte Schlinge als Bindeglied. Mit Expressschlingen kann man sich selbst an geschlagenen Haken absichern. Der Seilverlauf wird außerdem optimiert. Die Rundschlinge wird zur Standplatzsicherung und als Zwischensicherung benötigt. Die Festigkeit dieser Schlingen sollen 22 kN betragen. Bänder und Reepschnüre gibt es als Meterware. Diese sind besonders zum Klettern gebräuchlich und finden auch im alltäglichen Bereich ihren Zweck. Ein gutes Seil sollte mindestens 60 Meter lang sein. Obendrein muss es 10-12 Normstütze aushalten und etwa 10.5 mm dick sein. Imprägniert werden muss das Zubehör nicht unbedingt, besser ist ein Seilsack, der das Seil vor Staub behütet, wenn es auf dem Boden liegt. Ein Seilsack sorgt generell für eine höhere Lebensdauer des Seils, da die Verschmutzung um einiges reduziert wird und außerdem überaus praktisch ist, um das Seil zu verpacken. Der Sack kann aufgeklappt zur Plane auch als Seilunterlage beim Klettervorgang benutzt werden. Ein Kletterhelm ist überaus wichtig und stellt ein relevanter Schutz für Sportkletterer und Bergsteiger dar. In Steinbrüchen wird aufgrund des vielen losen Gesteins das Tragen eines Helmes auf jeden Fall empfohlen.

Ein Friend ist ein qualitativ hochwertiges Sicherungsgerät, womit man sich in schlecht abgesicherten Routen und Bergen selbst absichern kann. Bei Löchern und Rissen ist das auf jeden Fall angebracht. Diese Art der Sicherung kommt jedoch eher in Gebirgen, also bei groben Felsen zum Einsatz. Hierzu ist jedoch ein bisschen Übung notwendig, ehe es tatsächlich zum Einsatz kommt. Eine Boulder-Matte wird beim seilfreien Klettern in Bodennähe als Untergrund benutzt. Ein Chalkbag beinhaltet Magnesium. Dieser wird auch des Öfteren beim Turnen verwendet. Besonders gut eignet sich das Magnesium bei schwitzenden und rutschenden Fingern, da diese dann schnell getrocknet werden. Wenn an Kunstgriffen geklettert wird, muss das Magnesium unbedingt verwendet werden. Handsteigklemmen dienen zur Selbstsicherung an Fixseilen und zur Spaltenbergung. Für Kletterer ist die Klemme interessant, weil man hiermit alleine klettern gehen kann. Normalerweise muss schließlich immer eine Person, die alles absichert, am Boden stehen.