Klettern Indoor, Outdoor und Bouldern

Klettern als anerkannte Sportart und Freizeitvergnügen

Klettern ist faszinierend. Wer erinnert sich nicht an die Kletterübungen, die man als Kind gemacht hat. Auf Bäume, Hügel, am Spielplatz, es war jedes Mal ein Erlebnis und der Erfolg oben angekommen zu sein war Genuss pur. Die koordinierten Bewegungsabläufe, die uns beim Klettern vorwärts bringen üben aber nicht nur auf Kinder einen Reiz aus, auch Erwachsenen gefällt diese Bewegung. Und es ist kein Problem sofort mit dem Klettern zu beginnen, denn Klettern hat sich mittlerweile zur anerkannten Sportart etabliert, die von Menschen jedes Alters ausgeübt werden kann und auch wird.

Bevor Sie aber nun gleich loslegen und den nächsten Gipfel erstürmen, sollten Sie die richtige Ausrüstung haben und auch die passenden und notwendigen Techniken erlernen. Das geht am einfachsten in der Kletterhalle. Hier lernt Ihnen nicht nur ein Trainer die richtigen Griffe und das Sichern, sondern hier können Sie auch eine Ausrüstung ausleihen, um vor dem Kauf der eigenen Kletterausrüstung etwas Erfahrung zu sammeln.
Daher unser Tipp: Bevor Sie große einkaufen und ins Gebirge fahren, schauen Sie in der nächsten Kletterhalle vorbei und lernen Sie diese Sportart, damit Sie das Klettern so richtig genießen können.

Klettern ist ein gesunder Sport, jedoch ist eine Sicherung beim Klettern unverzichtbar, um die Gesundheit nicht zu gefährden.

Klettern macht Spaß, jedoch sollte man nicht vergessen, dass es zu den Sportarten gehört, die wirklich gefährlich werden können. Aus diesem Grund ist die Sicherung von großer Bedeutung. Es gibt verschiedene Sicherungsmethoden, wie beispielsweise TopeRope, Nachstieg und Vorstieg.

Klettern mit dem TopRope

Unter der TopRope-Sicherung versteht man eine Sicherungsform, bei der eine spezielle Begehungsart notwendig ist. Kletterneulinge werden die TopRope-Sicherung als allererstes nahegelegt bekommen, weil TopRope-Klettern die sicherste und einfachste Art des Kletterns und Sicherns ist.

Das Seil bleibt in der Umlenkung eingehängt und der Kletterpartner sichert dann den Kletternden vom Boden aus. Der Sichernde muss andauernd das Seil einnehmen, wenn sein Kletterpartner klettert. Der Kletterer kann sich demnach jederzeit einfach hängen lassen, ohne abzustürzen. Um das Seil in die Umlenkung einzuhängen, könnte die Route im Vorstieg geklettert werden. Der Kletterer wird hierbei heruntergelassen, das Seil jedoch nicht abgezogen. Es könnte aber auch eine einfacherer Nachbarroute geklettert werden. In manchen Kletterhallen kann das Seil auch direkt in den Umlenker eingehängt werden. Beim alpinen Klettern kann diese Technik leider nicht verwendet werden, da das Seil bereits im Vorfeld an der oberen Stelle eingehängt werden muss.

TopRope versus Vorstieg und Nachstieg

Klettern kann im Allgemeinen mit drei Formen der Sicherung ausgeführt werden: Vor-, Nachstieg und TopRope. Beim Vorstieg läuft das Seil vom Kletterer im Gegensatz zum TopRope immer nach unten. Beim Nachstieg kommt das Seil wie beim TopRope von oben, sodass der Kletterer nahezu die selben Bedingungen hat. Unterschiede werden dann erst bei den Zwischensicherungen deutlich. Beim TopRope Klettern läuft das Seil oberhalb des Kletterers durch keine Zwischensicherungen. Beim Nachstieg sind auch oberhalb des Kletterers Zwischensicherungen eingehängt, die vom Nachsteiger wieder ausgehängt und eventuell mitgenommen werden.

Vorteile beim TopRope

Beim TopRopen kann jede Menge Zeit eingespart werden, weil der Kletterer durch Stürze nicht immer wieder längerer Strecken zurücklegen muss. Weiterhin eignet sich das TopRopen besonders gut zum Konditionstraining, weil der Kletterer durch den Wegfall des Stürzens oftmals eher an seine körperlichen Grenzen stößt. Im Prinzip eignet sich TopRope immer für das Erlernen neuer Klettertechniken. Sturztraining kann hiermit einwandfrei durchgeführt werden. Ängst können auf diese Weise gut abgebaut werden.

Bouldern ohne Sicherung

Klettern ohne Seil und ohne Gurt hört sich zunächst etwas Lebensmüde an. Bouldern führt Kletterer ungesichert an kurzen Wänden entlang. Sollte man stürzen, wird man auf eine weiche Matte fallen, mit der der Boden jeder Halle bedeckt ist. Beim Bouldern im Freien wird ein Crashpad diese Aufgabe übernehmen. Dies ist eine kleine weiche Matte, die gut transportiert werden kann. Das Ziel beim Bouldern besteht vor allem darin, schwere Kletterzüge zu schaffen. Man klettert an Griffen, an denen man sich gerade noch so festhalten kann. Beim Bouldern finden also extremere Bewegungen als bei einer langen Kletterroute statt. Bouldern kann man auch ohne Kletterpartner, jedoch sollte eine gehörige Portion Vorsicht geboten sein.

Wie lernt man das richtige Sichern?

Wie man sich richtig absichert, sollte man sich keinesfalls selbst aneignen. Es gibt spezielle Kletterhallen- und Schulen, die über gute Lehrer und Experten verfügen. In einer Kletterhalle wird man auf genügend erfahrene Personen treffen und außerdem wird jeder Anfänger eine Einweisung erhalten, sodass wirklich nichts passieren kann. In der Kletterhalle ist das Erlernen spezieller Techniken genau so entscheidend, wie eine solide Sicherungs- und Seiltechnik. Das Klettern kann nicht mit Theorie alleine erlernt werden, vor allem ist auch viel Übung und Erfahrung notwendig.

Für geübte Wanderer und Bergsteiger bieten viele Klettersteige in Österreich eine gute Alternative

Als Klettersteige werden Kletterwege am natürlichen Fels bezeichnet, die mit Klammern, Eisenleitern, Eisenstiften oder Stahlseilen abgesichert sind. In der Vergangenheit waren Felspassagen von Wanderwegen mit speziellen Seilen aus Stahl abgesichert. Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus Klettersteige, die die besonders schwierigen Routen für Nicht-Kletterer begehbar machten. In der heutigen Zeit hat sich das Begehen von Klettersteigen sogar zu einer alpinen Disziplin entwickelt.

Das Eisen, welches in den Klettersteg eingebracht ist, dient der Fortbewegung und der Selbstsicherung mit einem Klettersteigset. Bei schweren Klettersteigen kann die Selbstsicherung auch noch mit einem Seilschaftsverband ergänzt werden. Manche Kletterer klettern die Route auch frei und nutzen das Eisen nur zur Sicherung aber nicht zur Fortbewegung. 

Im Wesentlichen besteht ein Klettersteig aus einem Drahtseil, welches je nach Gelände in verschiedenen Abständen in den Felsen verankert wurde. Das Seil dient sowohl der Hilfe beim Aufstieg als auch zur eigenen Absicherung. Manche Klettersteige besitzen auch zwei getrennte Seile, sodass man sich einerseits absichern und andererseits festhalten kann. Obendrein gibt es auch welche, die meistens aus Eisen gefertigte Hilfen wie Leitern, Brücken und Klammern besitzen. Ab und an findet man auch künstlich in den Felsen geschlagene Tritte und Griffe.

Zur Begehung von Klettersteigen wird eine besondere Ausrüstung benötigt. Hierzu zählt der Klettergut bzw. eine Kombination aus Brust- und Hüftgurt. Einen speziellen Klettersteiggurt gibt es nicht, sodass Sportkletter- oder Alpingurte verwendet werden. Ein Bergsteighelm ist ebenfalls unabdingbar. Weiterhin werden ein Klettersteigset und geeignete Kletterhandschuhe benötigt.

Bei den meisten Touren werden die einzelnen Bereiche in Abschnitte unterteilt, die verschiedene Schwierigkeitsstufen vorweisen. Bei einem hohen Schwierigkeitsgrad sollte man sich zunächst eine zweite Meinung einholen, da es ab und zu Abweichungen bei der schlussendlichen Beurteilung gibt. Es können auch subjektive Unterschiede, die durch Kondition, Größe, Gewicht, Tagesverfassung usw. bedingt sind, auftreten. Es gibt jedoch häufig regional verbreitete Skalen. In den meisten Fällen haben sich die Buchstabenkennzeichnungen A-E durchgesetzt. Neben dem Schwierigkeitsgrad müssen aber auch Höhenunterschiede, Gesamtgehzeit und Zustiegszeit beachtet werden. Die Ziffern A-E fangen bei A an, was extrem einfach bedeutet. E bedeutet schließlich extrem schwer, sodass man hier einer höchsten körperlichen Belastung ausgesetzt ist. Das Gelände wird dann senkrecht bis überhängend sein. Voraussetzung dafür ist viel Kraft in Armen, Händen und Beinen. Weiterhin muss man eine gute Kondition mitbringen und über längere Distanzen hinweg Stärke beweisen.