Yacht kaufen, was beachten?

Tips zum Kauf einer Segelyacht, gebraucht oder neu. Das Handbuch für den überlegten Einkauf Ihrer Yacht

Natürlich ist das Gefühl einer nagelneuen Yacht für manche Menschen bereits ein Grund, um sich für keine Gebrauchte zu entscheiden. Sie sollte schließlich makellos und brandneu sein. Das Gefühl, der erste auf einem Schiff zu sein, ist einfach unbezahlbar. Nichtsdestotrotz kann sich nicht jeder diesen Luxus leisten. Es ist jedoch tatsächlich so, dass eine Yacht gar kein so großer Luxus mehr ist. Da es viele tolle gebrauchte Angebote gibt, kann sich nahezu jeder den Traum von einem eigenen Segelschiff erfüllen.

Vor- und Nachteile einer neuen Yacht

Soweit die Werft einverstanden ist, kann man eine Yacht und ihre Ausstattung nach den eigenen Vorstellungen anfertigen lassen. Natürlich wird dies mit extra Kosten verbunden sein. Ein weiterer Vorteil eine neue Yacht zu kaufen ist, dass man eine Garantie erhält, die fast alle eventuellen Fehlfunktionen abdeckt. Die Garantie auf die Yacht und die Ausstattung, exklusive des Schiffskörpers selbst, gilt jedoch oft nur 1 Jahr. Neue Yachten sind mit den neusten Elektrogeräten ausgestattet. Es stellen sich jedoch oft sogenannte "Kinderkrankheiten" heraus. Während den ersten Jahren können diese erst festgestellt werden, sodass dieser Punkt wiederum für eine gebrauchte Yacht spricht. Massenproduktion und Automatisierung führen langfristig zu einer verminderten Produktionsqualität und ab und zu zu ernstzunehmenden Fehlfunktionen. Der Kauf einer neuen Yacht eines bekannten Herstellers minimiert dieses Risiko. In dem Augenblick, in dem eine neue Yacht das Wasser berührt, wird der Wert sich direkt um etwa 15 % minimieren. Bis zum 4. Jahr wird dieser um weitere 10 % pro Jahr fallen. Daher sollte man sich auch gut überlegen, ob sich eine neue Yacht auch wirklich lohnt.

Vor- und Nachteile einer gebrauchten Yacht

Wer sich eine gebrauchte Yacht kauft, kann mit Hilfe eines angemessenen Budgets mögliche Veränderungen und Anpassungen durchführen lassen. Fehlfunktionen, die in den ersten 1 oder 2 Jahren nicht auftreten, werden wahrscheinlich auch nicht mehr auftreten. Das Risiko dieser sogenannten "Kinderkrankheiten" ist also nicht mehr so hoch. Es ist möglich eine Yacht, die sich in einem top Zustand befindet, von einer Werft zu einem unglaublich fairen Preis zu erwerben, sodass jede Menge Geld eingespart werden kann. Alte, klassische Herstellungsmethoden bergen einen technologischen Vorteil gegenüber den neuen Methoden. Yachten, die zwischen 5 und 8 Jahren alt sind, verlieren kaum noch an Wert. Im Vergleich zu einer älteren Yacht, bringt der Kauf einer neuen Yacht, viele zusätzliche Kosten mit sich. Es muss eine vollständige Segelausrüstung, Werkzeug, Ersatzteile und zusätzliche Segel erworben werden.

Diesel oder Benzin?

Bei Yachten mit kleineren Motoren sind die wichtigsten Parameter Sicherheit, geplante Segeltouren und Zielorte. Eine Dieselyacht sollten dann ausgewählt werden, wenn man auf eher lange Segeltouren aus ist. Die Sicherheit hat beim Segeln von längerer Dauer höchste Priorität. Von einer Fahrt mit mehreren 100 Litern ist demnach abzuraten. Eine Benzinyacht sollte nur dann erworben werden, wenn man die Yacht für eine kurze Zeit zum Segeln benutzen möchte und auch mal eine höhere Geschwindigkeit auskosten möchte.

S-Antrieb oder Kardanantieb?

Beide Typen bringen einige Vorteile mit sich.

Vorteile des S-Antriebes:

  • Geschwindigkeit
  • Einfache Montage
  • Es kann in seichten Gewässern gesegelt werden



Vorteile des Kardanantriebs:

  • Instandhaltung ist im Vergleich zum S-Antrieb sehr einfach
  • Flexibilität bei der Festlegung des Standorts für den Motor, sodass eine optimale Positionierung im Bezug auf das Schwerezentrum gestattet wird

Die Jolle, flacher Boden, stabil im Wasser

Die Jolle ist ein stabiles Schwertboot. Der Konstruktionsschwerpunkt liegt meistens über der Wasserlinie. Im Vergleich zu einem gewichtsstabilen Kielboot, wird eine Jolle ihr aufrichtendes Moment durch den Wasserdruck gewinnen, der auf die besonders flache Form des Bootbodens wirkt. Als Jolle wird außerdem eine kleine Art von Segelbooten bezeichnet. Eine krängende Jolle richtet sich nur bei sehr begrenzten Krängungswinkeln wieder von alleine auf, sobald die Krafteinwirkung und der Winddruck endet. Bei besonders starkem Wind wird die Crew ihr Körpergewicht in Luv nach außen verlagern, indem sie "in das Trapez" geht. Der Masse Schwerpunkt der Jolle wird sich demnach nach Luv verlagern und die Jolle stabilisiert sich. Sollte die Besatzung nicht schnell genug reagieren, kann die Jolle nach Luv oder Lee kentern.

Segeln mit der Jolle

Jollensegeln ist vor allem in Deutschland ein überaus beliebter Sport, der in fast jedem Gewässer betrieben wird. Überall, wo man Gewässer von bestimmter Größe findet, findet man auch Segelvereine, die das Jollensegeln betreiben. Die Saison beginnt im März und endet im Oktober. Zu dieser Zeit gibt es an den Wochenenden Segelregatten für verschiedene Klassen. Aber auch Freizeitsegler genießen das Jollensegeln. Eine Jollenklasse bezeichnet Jollen mit einer bestimmten Bauvorschrift. So können Boote bei Regatten direkt miteinander verglichen werden. Es werden daher für Jollenklassen Klassenregatten veranstaltet. In der Regel bezieht sich die Bauvorschrift mindestens auf die Länge, Breite, Rumpfform, Segelfläche und das Gewicht. Nicht selten sind auch andere Maße des Bootes beschränkt, wie beispielsweise die Länge des Mastes oder die Länge des Schwertes. In Deutschland gibt es ungefähr 1.900 Jollenklassen.

Beim Jollensegeln ist ein gutes und schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Sollte die Jolle krängen, wird sie sich in vielen Fällen nicht von alleine wieder aufrichten. Sobald ein bestimmter Winkel überschritten wurde, muss man handeln. Die Besatzung muss sich mit dem gesamten Körpergewicht nach außen in die Windrichtung (nach Luv) lehnen, um ein Kentern zu verhindern. Dies ist so lange von Nöten, bis der Impuls schließlich nachlässt, der die Krängung verursachte. Es ist eine Trapezsicherung von Nöten, damit die Mannschaft beim Gegensteuern nicht aus dem Boot fällt. Kräfte können außerdem besser übertragen und eingesetzt werden. Zum Trapezgang müssen aber auch die Segel gefiert werden. Das heißt, dass sie für den Wind geöffnet werden, damit der Winddruck abfließen kann.

Jollen, die der neuen Bauart angehören, sind oft mit besonderen Auftrieben versehen. Diese werden durch aufgeschäumte Hohlräume oder Schwimmkörper erzielt. Die Jolle kann zwar immer noch kentern, wird jedoch nicht im Gewässer versinken. Der zusätzliche Doppelboden wurde so ausgelegt, dass das Wasser, welches beim Kentern aufgenommen wird, automatisch wieder abfließen kann, wenn die Jolle in die Fahrtposition gebracht wird. Damit die Jolle auch bei starker Beschädigung nicht sinkt, sind eine bestimmte Anzahl von Auftriebskörpern Vorschrift.
 

Auf was achten beim Kauf einer Jolle

Beim Kauf einer Jolle, sollte an für sich ähnlich vorgegangen werden, wie beim Kauf einer Yacht oder eines anderen Bootes. Man sollte sich zunächst überlegen, wo die Jolle ihren Platz hat und die Kosten genau kalkulieren. Wer Segelanfänger ist, muss sich keine Sorgen machen. Das Segeln auf einer Jolle kann sehr schnell und gut erlernt werden.

Über die Tiefe des Segelprofils wird das Energiepotenzial, welches auf ein Boot einwirkt, geregelt. Bei normalen Wind wird man ein tiefes Profil einstellen, während bei höherer Windgeschwindigkeit das Rigg abgepowert wird. Der Segler benötigt ein Minimum an Trimmmöglichkeiten, wenn die Jolle bei mehr Wind sicher beherrscht werden soll. Die wichtigste Voraussetzung für die Sicherheit und die Kontrolle ist eine vernünftige Abstagung des Mastes. Der Mast muss einen eingespannten Träger darstellen.

Ab einer Länge von 10 Metern, einer Kajüte und einem Deck sowie mehreren Kabinen spricht man von einer Yacht.

Die klassische Yacht ist ein Wasserfahrzeug, welches für Sport- und Freizeitaktivitäten genutzt wird und mit einem Deck sowie einer Kajüte ausgestattet ist. Je nach Antriebsart unterscheidet man in Motor- und Segelyachten. In Abgrenzung zur Jolle hat die Segelyacht einen festen, oft mit Ballast versehenen Kiel.

Im alltäglichen Gebrauch wird normalerweise erst ab einer gewissen Länge des Fahrzeugs von einer Yacht gesprochen. Sollte das Schiff unter 7 Meter sein, wird eher von einem Boot gesprochen. Sollte die Länge über 10 Meter sein, spricht man erst von einer Yacht. Die typische Yacht ist zwischen 10 und 17 Metern lang und mit mehreren Kabinen ausgestattet. Auf deutschen Binnenseen wird man die meisten Yachten mit einer Länge von 6 bis 15 Metern vorfinden. 

Größere Yachten werden dann schon als Supermaxis oder Maxiyachten bezeichnet. Kleinere werden gerne Mini Maxis bezeichnet. Die Grenzen zwischen den einzelnen Kategorien wurden jedoch nicht festgelegt, sodass man sich über die Bezeichnung streiten kann. Als Anhaltspunkt kann jedoch die Klasseneinteilung eines Yacht Clubs dienen. Bei Maxi-Yachten spielt der Komfort meistens eine sehr große Rolle. Solche Yachten ähneln oftmals privaten Kreuzfahrtschiffen. Häufig befinden sich Yachten ab einer Rumpflänge von 21 Metern in der Verantwortung von einer voll- oder semiprofessionellen Besatzung. Ab zwei Personen wird bereits von einer Crew gesprochen. Es handelt sich in der Regel immer um den Schiffsführer bzw. den Skipper und die Stewardeß bzw. den Steward. Die Anzahl der auf dem Schiff befindlichen Personen variiert je nach Größe der Yacht, kennt jedoch kaum Grenzen. Bei Megayachten können locker 60 Personen auf dem Schiff Platz finden, worunter sich dann auch Köche und Ingenieure befinden. Der Skipper ist dann nicht selten Kapitän mit dem Patent für große Fahrten.

Das Baumaterial für eine Yacht kann variieren, jedoch wird meistens faserverstärkter Kunststoff benutzt. Früher war Holz der einzige Baustoff, der verfügbar war. Stahl und Alu werden nur äußerst selten benutzt. In den 70er Jahren wurde jedoch nicht selten Beton ausprobiert, was sich allerdings zu keiner Zeit durchsetzen konnte. Je nach Revier, wird die Yacht dann mit bestimmten Motoren ausgestattet. Alle Yachten, die in der EU in Betrieb genommen werden, müssen speziellen Normen und Standards entsprechen.

Ein Segelboot muss nicht immer neu sein. Roskieren Sie einen Blick auf den Gebrauchmarkt der Segelboote

Ein gebrauchtes Segelboot kann durchaus seine Vorteile mit sich bringen. Man muss jedoch einige Dinge beachten, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Auch ein gebrauchtes Boot ist mit enormen Kosten verbunden. Egal ob es sich um ein kleines Segelboot, eine Yacht oder ein wirklich großes Schiff handelt, folgende Tipps sollten wirklich immer beachtet werden.

Erst einmal sollte man sich die Frage stellen, welches Boot man besitzen möchte. Erst dann kann der Preisrahmen bestimmt werden. Man muss sich unbedingt im Klaren sein zu welchem Zweck das Boot oder Schiff dienen soll. Wie viele Personen sollen befördert werden? Es ist immer gut, wenn man sich eine persönliche Checkliste anlegt. Für jeden Boottypen, der in Betracht gezogen wird, sollte ein kleines Heft angelegt werden. Auf der Suche nach dem passenden Boot wird man sehr viele Gespräche mit Händlern und Eignern führen. Bestenfalls wird man sich nach einem jeden Gespräch Notizen darüber machen, was gefallen hat und was nicht. Später weiß man dann ganz genau, wer was wozu gesagt hat.

Die einzelnen Kriterien sollte man sich zu guter Letzt noch einmal genau anschauen. Die besten Bootskandidaten sollten sich nun herauskristallisieren. Wenn man sich entschieden hat, kann man den Verkäufer kontaktieren und diesem erst einmal ein paar allgemeine Fragen stellen, wie beispielsweise wieso das Boot überhaupt zum Verkauf steht. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, wie lange das Boot bereits zum Verkauf steht, ob es bereits größeren Reparaturen gab, ob es in Süß- oder Salzwasser gefahren wurde und wie viele Betriebsstunden der Motor aufweist. Dann können die anfallenden Versicherungsprämien berechnet werden. Die Finanzierung kann gegebenenfalls ebenfalls kalkuliert werden. Man sollte sich einen genauen Überblick der anfallenden Kosten verschaffen. Hierzu zählen Liegeplatz, Wartung und eventuell die Finanzierung des Bootes. Erst dann sollte ein konkretes Angebot abgegeben werden. Versicherungsangebote von verschiedenen Anbietern sollten verglichen werden, um Kosten einzusparen.

Der nächste Schritt ist die Besichtigung des Bootes. Hier sollte man das Boot gründlich inspizieren und sich Notizen machen. Wie ist der Zustand von Motor, Elektronik, Holz und wie ist der allgemeine Gesamteindruck? Wenn man das Boot dann gesehen hat, kann man sich auch Gedanken über die Kosten machen, die anfallen, um das Boot in den Wunschzustand zu versetzen. Sollten die Kosten zu hoch sein, sollte man sich ein Boot aussuchen, welches schon eher den Wunschvorstellungen entspricht. Wenn man das Boot zu einem gewissen Preis kaufen möchte, kann man einen Preisvorschlag machen, der jedoch realistisch sein sollte. Es sollten die Faktoren "Geforderter Preis" und "Vergleichbare Angebote im Internet" mit einbezogen werden. Obendrein sollte über mögliche Zahlungsmethoden diskutiert werden. Wenn das Angebot akzeptiert wird, sollte man mit einer sofortigen Anzahlung bzw. einem Pfand von 10% des Rechnungsbetrages rechnen. Es sollte außerdem eine Probefahrt stattfinden. Bei größeren Booten sollte unbedingt ein Gutachter hinzugezogen werden.

Während der Probefahrt sollte man herausfinden, wie das Boot in unterschiedlichen Situationen reagiert. Wie hört sich das Boot an, wenn es mit der Höchstgeschwindigkeit gefahren wird und wie verhält es sich beim Anlegen. Häufig findet eine umfangreiche Probefahrt erst nach dem Angebot und erst nach der Anzahlung statt.

Als nächstes muss man sich über den Transport des Bootes Gedanken machen. Wird das Boot getrailert? Ist der Trailer auch im Angebot enthalten und befindet sich in einem gutem Zustand? Wird eine Transportgesellschaft beauftragt, um das Boot in die Marina zu bringen?

Wer einen Gutachter beauftragt, wird unter Umständen sehr viel Geld sparen. Natürlich kostet dieser etwas, jedoch werden sich diese Kosten womöglich auszahlen. Bei dem Gutachter sollte man ein gutes Gefühl haben und zuvor den Umfang und die Kosten festlegen. Für das Gutachten sollte sich das Boot außerhalb des Wassers befinden. Es sollte ein schriftliches Gutachten verlangt werden, da einige Versicherungen hierauf bestehen.

Wenn man sich dann letzten Endes entschieden hat, gibt es kein Zurück mehr. Man hat genau drei Möglichkeiten: Man entscheidet sich gegen einen Kauf und verlangt seinen Pfand zurück, sollten die Erwartungen nicht erfüllt worden sein. Die 2. Möglichkeit ist, das Angebot aufgrund unvorhersehbarer Reparaturen zu korrigieren oder aber alles ist zur vollsten Zufriedenheit und man kauft das Boot.