Stevia selbst im Garten anbauen? Ist das möglich?

Kann man Stevia selber im Garten anbauen? Wie ist die Pflanze beschaffen, welche Eigenschaften hat sie?

Die Steviapflanze (Stevia rebaudiana) wird im Volksmund auch als Honigkraut, Süßkraut oder Süßblatt bezeichnet. Sie gehört zur Gattung der Stevien aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und gehört somit wie unsere heimischen Sonnenblumen und Löwenzahn zur Familie der Astern. Bei der indigenen Bevölkerung Südamerikas wird das süße Kraut bereits seit Jahrhunderten verehrt und wird als Süßstoff und Heilmittel in der Medizin verwendet. Stevia rebaudiana ist eine mehrjährige Staudenpflanze, die in der Natur eine Höhe von 60-100 cm erreicht. Die kräftigen Wurzeln sind flachgründig, besitzen einen kräftigen Wurzelstock und sind kaum verzweigt. 

Die Steviapflanze liebt subtropisches Klima mit durchschnittlichen Temperaturen um 21°C. In Südamerika ist Stevia rabaudiana zwischen vier und sechs Jahren nutzbar. Da das Süßkraut nicht frosthart ist, wird es in anderen Regionen meist als einjährige Pflanze kultiviert.
Die Steviapflanze bildet lanzenförmige Blätter, die bis zu drei Zentimeter lang werden. An den Rändern der Blätter finden sich winzige Drüsen, die den kräftigen Süßstoff der Pflanze produzieren. Die Blütezeit erfolgt zwischen August und Oktober, wobei die Steviapflanze kleine, weiße Körbchenblüten entwickelt. Anschließend fallen die Samen aus den Kelchen heraus und beginnen auf feuchtem Boden sofort zu keimen. Die Keimquote der Stevia rebaudium ist allerdings nicht sehr hoch. Nur 13-15% der frischen, nicht älter als 6 Monate alten Samen, beginnen zu keimen.
Um eine längere Vegetationszeit zu erreichen, werden die Steviapflanzen aus Samen oder Stecklingen im Treibhaus aufgezogen. Bis zu dreimal im Jahr können die Blätter des Honigkrautes geerntet werden. Die Wurzeln verbleiben nach der Ernte in der Erde und treiben anschließend schnell wieder aus.
In Anbetracht der hohen Süßkraft muss man feststellen, dass die Stevia-Ernte recht ergiebig ist. Von einer Anbaufläche von einem Hektar können 60-70 kg Steviosid gewonnen werden, was einer Menge von 2100 kg Zucker entspricht. Aufgrund dieser Tatsache benötigt eine Stevia-Plantage nur rund ein Zehntel der Fläche, die nötig wäre, um Zuckerrüben anzubauen.

Stevia selbst anbauen

Ende des Jahres 2011 wurde Stevia endlich auch in Deutschland zugelassen und ist seither in unterschiedlichen Formen zum Süßen im Handel erhältlich. Dennoch bevorzugen zahlreiche Verbraucher Stevia in seiner reinen Form als frische oder getrocknete Blätter. Selbstverständlich ist es möglich, Stevia selbst anzubauen und zu ernten.
In vielen Gärtnereien kann man mittlerweile unterschiedliche Sorten der Stevia-Setzlinge kaufen. Grundsätzlich sollte man beachten, dass Blütenansätze der Setzlinge radikal zurück geschnitten werden, da diese das Wachstum der Steviapflanze behindern.
Stevia kann auch aus dem Samen gezogen werden. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Keimtemperatur von mindestens 22°C nicht unterschritten wird. Der Stevia-Samen wird in eine kleine Schale mit Aufzuchterde gelegt, wobei er nur angedrückt wird, ohne mit der Erde bedeckt zu werden. Anschließend wird die Erde angefeuchtet und die Aufzuchtschale mit einer Folie oder einem Glas abgedeckt. Um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen, wird ein kleiner Spalt offen gelassen. Die Erde sollte immer sehr locker und durchlässig sein. Seien Sie sehr sparsam mit dem Düngen der Steviapflanze.
An einem warmen, hellen Platz auf der Fensterbank, beginnen die Samen bereits nach etwa zehn Tagen zu keimen. Die winzigen Steviapflanzen benötigen nun einen größeren Topf, um Wurzeln bilden zu können. Jede einzelne Pflanze sollte nach Möglichkeit einen Durchmesser von 16-18 Zentimeter zur Verfügung haben.
Während der Wachstumszeit bevorzugt die Steviapflanze, wie auch andere Staudenpflanzen, einen Wechsel zwischen hoher Feuchtigkeit und Trockenheit. Hierdurch wird das Wachstum der Wurzeln angeregt und die Pflanze kann sich bestens entwickeln.
Was jedoch Gift für die Steviapflanze ist und unbedingt vermieden werden sollte, ist stehende Nässe im Wurzelbereich. Durch die Staunässe kann sich eine bakterielle Welke entwickeln, die dazu führt, dass die Steviapflanze abstirbt.