Manner sammeln Uhren

Männer waren und sind nicht nur Jäger sondern auch Sammler. Armbanduhren bieten sich zu diesem Zweck geradezu an

Eine große Ansammlung von sündhaft teuren Uhren. Dazu ein Mann, der unverständliches Zeug über perlierte Oberflächen, anglierte Kanten und außergewöhnliche Kaliber quatscht. Der Uhrensammler!
Männer waren und sind nicht nur Jäger, sondern auch Sammler. Das hat sich bis heute nicht geändert. Männer sammeln allerdings im Gegensatz zu Frauen Dinge, die etwas Komplexität beinhalten. So müssen die Gegenstände schwer zu beschaffen sein, eine lange Geschichte haben, oder einfach nur eine aufwendige Technik beinhalten, um dem Mann Befriedigung zu verschaffen.

Je schwieriger die einzelnen Teile einer Sammlung zu beschaffen sind, desto größer das Glücksgefühl, welches sich mit dem Wachsen der Sammlung einstellt. Zum Sammeln gehört auch der Austausch (das sogenannte Fachsimpeln) mit Gleichgesinnten.

Männer sammeln Armbanduhren

Armbanduhren bieten sich daher besonders als Sammelgebiet für Männer an. Äußerlich unscheinbar und für viele nicht zu unterscheiden, verbirgt sich im Inneren einer mechanischen Uhr das Uhrwerk. Eine ausgeklügelte Mechanik aufgebaut mit Zahnräder, Lagersteinen, Federn und Schrauben treibt die Zeiger derart gleichmäßig und genau an, dass die Uhr Chronometergenauigkeit erreicht. Ähnlich dem Motor eines Autos drehen sich Schwungscheiben, Getriebe in unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit hoher Präzision. Dem Uneingeweihten kostet es nur ein Kopfschütteln, wenn er der Fachsimpelei über eine verklebte Spiralfeder oder den Ausbau des Unruhklobens lauscht. Am der Sammler bekommt rote Flecken der Aufregung im Gesicht, wenn er über das Justieren einer Schwanenhalsfeinregulierung diskutieren kann.

Unterschiedliche Typen unter den Uhrensammlern

Dabei gibt es unterschiedliche Typen unter den Uhrensammlern. Der sogenannte Wertesammler legt sein Augenmerk auf einen möglichst hohen Werterhalt bzw eine Wertsteigerung seiner Uhren. Er betrachtet das Sammeln unter dem Gesichtspunkt der Wertanlage, unabhängig davon ob er beabsichtigt seine Uhren jemals wieder zu veräußern. Wichtig dabei ist, sein Augenmerk auf wertstabile und sehr bekannte Marken zu richten, um sich keine Ladenhüter zu angeln.
Im Gegensatz dazu steht der Vollständigkeitssammler, der ohne Rücksicht auf Verluste alles was neu ist haben will/muss. Jede Komplikation, jede Gehäusevariante oder Zifferblattfarbe muss der Sammlung hinzugefügt werden, um diese möglichst komplett zu bekommen.
Der Themensammler wiederum sammelt nur ein bestimmtes Themengebiet, welches er zuvor selbst festgelegt hat und das er komplettieren möchte. Es kann dabei um eine bestimmte Marke, eine bestimmte Serie oder auch um ander Themen gehen.
Die Sammler suchen auf Flohmärkten, Sammlerbörsen und in den Weiten des Internets nach immer neuen Objekten, welche der Sammlung einverleibt werden. Jede Schachtel und jede noch so verstaubte Ecke werden nach Raritäten abgegrast und je älter die Stücke sind, desto besser. Dies stimmt zumindest für die ältere Generation der Sammler. Denn bei den jungen findet man zunehmend auch jene, die moderne Stücke erwerben und diese etwas später wieder zu verkaufen. Die Insider nennen das „flippern“